„Der weibliche Orgasmus ist in deutschen Schlafzimmern ein heikles Thema: 90 % aller Frauen geben zu, ihn schon mal vorgetäuscht zu haben.“ Das hat Beatrice Poschenrieder u. a. durch Befragungen von Frauen und Frauenärzten herausgefunden. Ebenso, dass Selbstbefriedigung bei über 90 % der Frauen zum Orgasmus führt. Das bedeutet auch, dass etwa ein Zehntel nie kommt: Etwa die Hälfte davon ist sexuell durchaus offen, die andere Hälfte kann mit Sex wenig anfangen.
Manche Frauen sind aber auch aus medizinischen oder körperlichen Gründen nicht in der Lage einen Orgasmus zur erleben, z.B. kann es sein, dass Nervenleitungen zwischen Klitoris und Gehirn nicht funktionieren. Diabetes oder Bluthochdruck können ebenfalls Orgasmushemmer sein. Manche Frauen haben aber auch einfach ein ungutes Verhältnis zu Sexualität und/oder zum eigenen Körper, was dann seelische Blockaden bewirken kann, oder, dass sich eine Frau unwohl fühlt, wenn sie oder der Partner ihre Klitoris anfasst.17
Studien zum Thema Orgasmus sind aber eher selten. 2005 wurde an der Berliner Charité am Institut für medizinische Psychologie eine Untersuchung durchgeführt. Dabei kam u.a. heraus, dass lediglich ein Drittel aller Frauen beim Geschlechtsverkehr einen vaginalen Orgasmus erlebt. Die restlichen Zweidrittel kommen nur durch klitorale Stimulation zum Höhepunkt, allerdings auch nur, wenn der Partner, weiß wie sie es braucht. Ist das nicht der Fall, bleibt das „rauschhafte Wonnegefühl“ aus.
Dass Frauen beim Verkehr nicht zum Orgasmus kommen, kann aber auch aufgrund von Stress oder von Störfaktoren wie Lärm, Kälte oder nicht vorhandener Lust auf den Partner verursacht sein. Zum Orgasmus gehört für Frauen immer auch die richtige Stimmung.
Zahlreiche Faktoren bestimmen die Orgasmusfähigkeit. Darunter die Erziehung, Erfahrung und auch die Gene, wie eine neuere britische Studie mit Zwillingen zeigt (London St. Thomas Hospital). Wissenschaftler vergleichen die Frequenz des sexuellen Höhepunktes von mehr als 4.000 weiblichen ein- und zweieiigen Zwillingen. Dabei kam heraus, dass eine genetische Komponente diese Eigenschaft bis zu 45 % bestimmt. Die Orgasmusfähigkeit von Mann und Frau sind unterschiedlich, während Männer eher in jungen Jahren besonders orgasmusfähig sind, erreichen Frauen erst mit zunehmender Erfahrung ab ca. 35 Jahren höchste Orgasmusfähigkeit.
Im Vergleich dazu können 80 % der Männer zwischen 18 und 75 Jahren immer. Allerdings wurde noch nicht erforscht, ob Samenerguss auch immer gleich Orgasmus ist. Alle Zahlen stammen aus anonymen Erhebungen, die im Rahmen von Studien gemacht wurden.
Weil Männer schneller erregt sind, kommen sie schneller zum Orgasmus als Frauen. Fehlt das Vorspiel, führt das bei Frauen zur sexuellen Unzufriedenheit, ausgefeiltere Sexualtechniken könnten das vermeiden. Auch Gespräche über sexuelle Wünsche und Phantasien verhelfen zu mehr Spaß beim Sex.
Eine Studie der Universität Göttingen ergab, dass bei 56 % der Frauen sexuelle Bedürfnisse unerfüllt bleiben, aber ein großer Teil davon ließe sich erfüllen, wenn die Paare miteinander reden würden. Sexuelle Lust kann aber auch in einer intakten Partnerschaft Schwankungen unterliegen. Erfüllte Sexualität muss die Bedürfnisse beider Partner berücksichtigen.
Erotikspielzeug kann ebenfalls helfen, besser oder alleine zum Orgasmus zu kommen. In Internet zum Beispiel gibt es einen Erotikladen für Frauen und Maäner. Hier gibt es Beratung und eine große Auswahl an Spielzeugen. Zu allen Zeiten können sich auch Paare gemeinsam informieren lassen.
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Erotikspielzeug kann oftmals helfen, wenn die weibliche Lust nachlässt!
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Die Experteninitiative „female affairs“ initiierte 2006 eine Studie unter dem Motto „stressless sex“ Dabei kam heraus, dass viele Frauen Stress beim Sex haben, weil sie glauben der Partner erwarte immer einen Orgasmus. Weitere Stressfaktoren sind Verhütung und die Angst vor Schwangerschaft. „ female affairs“ ist eine Initiative, die von sechs Expertinnen ins Leben gerufen wurde. Ziel der Initiative ist es, Frauen wichtiges Wissen aus den Bereichen Partnerschaft, Sexualität und Verhütung zu vermitteln. In alle Beiträge der Expertinnen fließt die langjährige Erfahrung aus der Praxis ein, so dass Ihnen jeder Artikel bewährte Hilfestellungen und Informationen bietet.
Forscher der Universität Kopenhagen fanden in einer Studie mit 1.266 Frauen heraus, dass Übergewichtige weniger sexuelle Befriedigung und Lust verspüren als normalgewichtige Frauen. Außerdem fanden sie heraus, dass sich bei einem Großteil der Dicken das Liebesleben verbesserte nachdem sie deutlich an Gewicht verloren hatten (International Journal of Obesity, Bd.31; S. 1189; 2007).
Die Frauenärztin und Sexualforscherin Dr. Sabine zur Nieden hat in einer Studie Anfang der Neunziger die weibliche Ejakulation erforscht. Bei der weiblichen Ejakulation handelt es sich um eine wässrige Flüssigkeit, die aus winzigen Ausgängen kommt, die in oder auch neben der Harnröhre liegen. Es ist aber kein Harn, obwohl viele Frauen es dafür halten und aus diesem Grund leider ihren Orgasmus zurückhalten - aus Scham, dabei zu "urinieren". Die Menge des Ejakulats variiert stark: von ein paar Tropfen bis zu einem richtigen Schwall. Etwa jede dritte Frau hat beim Orgasmus (oder ganz kurz davor) schon mal einen kleinen oder auch größeren Erguss erlebt, jede zehnte regelmäßig. Manche empfinden das als unangenehm, viele als ausgesprochen lustvoll.
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