
Möckern. Wiesenhof Möckern ist nicht nur in Sachsen-Anhalt und anderen Teilen Deutschlands in aller Munde. Die Hähnchen und Filets sind auch im Ausland, wie in England, Schweden und in der Schweiz, sehr begehrt. Innerhalb der Wiesenhof-Kette ist Möckern die einzige Tiefkühlschlachterei und muss sich demzufolge zunehmend der Konkurrenz aus Brasilien und Thailand mit ihren Frostprodukten stellen. Die Antwort auf ausländische Billigimporte sind Investitionen in moderne Produktionsprozesse, in die Qualität der Produkte unter Einhaltung strengster Auflagen für Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz. Die Europäische Union unterstützte unter Kofinanzierung des Landes Sachsen-Anhalt Wiesenhof Möckern dabei, finanzierte zu einem Drittel eine knapp 800000-Euro-Investition für eine Brust- und Filetkalibrierung, modernisierte Zerlegelinien und neue Wägetechnik.

„Mit Investitionen schaffen wir kostengünstige Produkte“ lautet die Devise von Joachim Rühling, Geschäftsführer von Wiesenhof Möckern. Ein Motto, dem die EU ungeteilte Zustimmung zollt, denn im Rahmen des EAGFL-A-Fonds (Europäischer Ausrichtungs- und Garantiefonds in der Landwirtschaft) sollen Förderungen die Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse in wirtschaftlich benachteiligten Ländern wie Sachsen-Anhalt voranbringen. Es geht entscheidend darum, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu steigern.
Wiesenhof Möckern schlachtet täglich 130000 Hähnchen, wovon 60000 Tiere zerlegt und zu Hähnchenteilen verarbeitet werden. Die Filetproduktion nimmt innerhalb dieser Verarbeitung eine zentrale Rolle ein. Das „Beste“ vom Hähnchen, das Brustfilet, ist für einheimische Kunden wie für den Export bestimmt. „Mit der neuesten Investition können wir nun weitaus besser auf die Kundenwünsche eingehen“, so JoachimRühling. Durch die Kalibrierungstechnik kann das angeforderte Gewicht des einzelnen Filets genau erreicht werden. Ein Service, der insbesondere für Kunden aus der Gastronomiebranche von großer Bedeutung ist.
Verbesserte Technik hat auch Auswirkungen auf die Qualität der Ware. „Eine modernisierte Bratfertiglinie garantiert täglich sehr gute Rupfergebnisse“, so der Wiesenhof-Geschäftsführer. „Auch wenn wir nur wenig Reklamationen haben, belaufen sich diese zumeist auf Federnreste.“ Neue Module für die Zerlegelinien, die das Hähnchen in Brust,Schenkel,Rücken und Flügel zerlegen, erhöhen die Leistung und verbessern die Schnittführung. Eine weitere technische Neuheit ist die Installation der automatischen Bandwaage. Sie sorgt mit ihrer intelligenten Software für optimale Verpackungs- und Stückgewichte und schließt aufGrund ihrer minimalenAbweichung Kundenreklamationen aus.

„Mehrere hundert Tonnen Filet verlassen jeden Monat unseren Betrieb in Richtung Schweden,England und Schweiz sowie zu Großhandelsunternehmen in der Bundesrepublik“, bilanziert Joachim Rühling. „Durch diese EU-mitfinanzierte Investition, die sich nachhaltig auf die Filetproduktion auswirkt, können wir Produkte in allerhöchster Qualität liefern. Damit haben wir auch in Zukunft sehr gute Absatzmöglichkeiten.“
Auch in anderen Produktionsbereichen investiert das Möckeraner Unternehmen. Im Jahr 2002 eröffnete Wiesenhof eine der modernsten Brütereien Europas und erweiterte damit die Jahresleistung auf 60 Millionen Küken. Konsequente Hygienepolitik schließt die Kontamination mit Salmonellen aus. Wiesenhof verwendet Futter ohne Tiermehl. Ebenso werden weder antibiotische Leistungsförderer noch gentechnisch verändertes Soja eingesetzt. Solche Investionen, moderne und sichere Arbeitsplätze für mehr als 450 Beschäftigte und die überzeugende Qualität der Produkte – damit will Wiesenhof Möckern sich auch inZukunft gegen südamerikanische Billigimporte durchsetzen.
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