Frage: Warum hießen Grillhähnchen Broiler?

Da hatte sich ein Anglizismus in das sozialistische Sprachgut eingeschlichen. Denn «to broil»(engl.) heißt «schmoren, braten» und ein Broiler ist bekanntlich ein Brathähnchen. Aufgetaucht ist der Begriff schon 1966 in der Zeitung «Neues Deutschland» und eingeflogen ist der Broiler über Bulgarien. In der bulgarischen Stadt Tolbuchin nämlich hatte man 1962/63 mit der Massenzucht von Geflügel begonnen. Normalerweise heißt Geflügel im bulgarischen «pile», die Neuzüchtung wurde aber aufgrund ihrer Bestimmung «brojleri» genannt. Das Geschäft lief gut und die bulgarische Marke wurde, wie hierzulande etwa Tempo für Taschentuch oder Uhu für Klebstoff, schon bald zum Synonym für das Grillhähnchen schlechthin.

Hühner schlachten

Das eigene Schlachten bleibt zwar immer eine unangenehme Tätigkeit, ist aber zweifellos eine unverzichtbare Tätigkeit vor dem Verzehr von Hühnerfleisch! Als wunderbar bezeichne ich eher einen Hähnchengrill, in dem zwanzig Junghennen auf der Stange rösten, die ohne leiden zu müssen für unsere Ernährung nicht mehr wegzudenken sind. Die Schlachtung dieser herrlichen Tiere erfolgt maschinell und die Hühner haben kein trübliches Dasein vor ihrem Tod gehabt. Wer diese Grillhühner kauft und nicht selber schlachten muss, spart sich selbst viel Arbeit.


Anleitung zum Schlachten:


1.Vorbereitung:

Ein Huhn wird zum Schlachten ausgewählt. Die schwere Entscheidung wird auch dadurch beeinflußt, für welche Art von Zubereitung man sich entscheidet. Ein Hahn ist furchtbar zäh und ist als Braten nur mit guten Zähnen zu genießen. Als Suppenhahn geht er aber auch durch. Ein Huhn sollte nicht älter als ein bis zwei Jahre sein, wenn es noch als Braten im Backofen enden soll, sonst eignet es sich nur noch als Suppenhuhn.

Das ausgewählte Tier wird am Abend vor dem Schlachttag von der Herde getrennt und nicht mehr gefüttert. Dies erleichtert das Ausnehmen des Huhns.

Am Schlachttag wird am Besten draußen gearbeitet.

  • ein Holzpflock mit Axt wird benötigt
  • eine Schale, die groß genug ist für das Huhn, wird sauber bereitgestellt
  • ein Messer muß geschärft werden, damit es sauber schneidet
  • sauberes Wasser wird benötigt (möglichst Wasseranschluß)

2.Schlachtvorgang:

Es empfiehlt sich eine zügige Arbeitsweise, damit das Huhn nicht zu kalt wird. Die Federn lassen sich immer schwerer ausrupfen, je kälter das Huhn ist.

  • das Huhn wird gegriffen und an den Ständern hochgehalten. Durch diese Stellung hört es sofort auf zu flattern, da es durch diese Kopfüberhaltung betäubt ist
  • jetzt wird es von hinten mit einem kräftigen Schlag mit der Rückseite der Axt erschlagen
  • sofort danach wird das Huhn rücklings auf den Hauklotz gelegt und mit gezieltem Axthieb der Kopf abgeschlagen
  • das Huhn flattert jetzt noch eine Weile und muß gut festgehalten werden (zum Ausbluten kann es dabei in die bereitgestellte Schale gehalten werden)
  • immer noch wird das Huhn an den Ständern festgehalten und die Federn werden von oben nach unten ausgerupft
  • am Hals werden mit dem Finger durch eine kreisende Bewegung alle Verbindungen gelöst
  • in einem Kreis wird um die Afteröffnung ein Schnitt ausgeführt (hierbei muß man sehr vorsichtig sein, damit keine inneren Organe verletzt werden, sonst kann das Fleisch ungenießbar werden)
  • sämtliche Innereien werden danach durch die Afteröffnung herausgelassen (Herz, Leber, Niere etc. lassen sich nun gesondert aussortieren und verwerten)
  • Zuletzt werden noch die beiden Ständer mit der Axt abgehauen

3.Zubereitung:

Mein favorisiertes Rezept für ein gebratenes Huhn möchte ich hier kurz vorstellen:

Zutaten:

  • Salz
  • mehrere Knoblauchzehen
  • frischer oder getrockneter Rosmarin
  • Olivenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Äpfel
  • 1/4 Liter Weißwein
  • Kartoffeln, Karotten als Beilage

Zubereitungsablauf:

  • das Huhn wird gewaschen, abgetupft und mit Salz eingerieben
  • der Knoblauch wird abgepellt und mit dem Messer erst in schmale Streifen und danach in klitzekleine Würfel gehackt
  • frischer Rosmarin wird genauso in kleine Krümel zerhackt bzw. getrockneter Rosmarin wird mit dem Mörser zerrieben
  • die Mischung aus Knoblauch und Rosmarin wird zu 2/3 in das Huhn und zu 1/3 auf dem Huhn verrieben
  • Zwiebeln und Äpfel waschen, vierteln und damit das Huhn vollstopfen
  • von allen Seiten Olivenöl über das Huhn gießen
  • alles in eine feuerfeste Form geben und in den Backofen stellen
  • den Weißwein dazugießen
  • 1,5 - 2 Stunden zuerst bei hoher Temperatur (250°C) starten und zum Schluß bei niedriger Temperatur (175°C) garen
  • erst kurz vor dem Servieren zerteilen

01.10.00 von MC Renald's
wohl bekomm's...


 

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